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Reisemedizinische Beratung: So bereiten Sie sich auf Auslandsreisen vor

Eine Fernreise will gut geplant sein – nicht nur was Flüge und Unterkunft betrifft, sondern auch in gesundheitlicher Hinsicht. Eine reisemedizinische Beratung hilft, Risiken zu erkennen und sich rechtzeitig auf das Reiseziel vorzubereiten.

Dr. med. univ. Daniel Pehböck, DESA4 Min. Lesezeit
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Warum eine reisemedizinische Beratung sinnvoll ist

Wer in tropische oder subtropische Regionen reist, ist mit anderen klimatischen Bedingungen, Krankheitserregern und Hygienestandards konfrontiert als gewohnt. Eine reisemedizinische Beratung unterstützt dabei, individuelle Risiken einzuschätzen und passende Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Berücksichtigt werden dabei das Reiseziel, die Reisedauer, die Art der Reise (z. B. Rundreise, Trekking, Geschäftsreise) sowie der persönliche Gesundheitszustand.

Idealerweise erfolgt die Beratung sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt. Manche Impfungen benötigen mehrere Wochen, um einen vollständigen Schutz aufzubauen, oder werden in mehreren Teildosen verabreicht. Auch bei kurzfristigen Reisen kann eine Beratung jedoch sinnvoll sein – einige Maßnahmen lassen sich auch noch wenige Tage vor Abflug umsetzen.

Für wen ist eine Beratung besonders wichtig?

  • Reisende mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Familien mit Kleinkindern
  • Ältere Reisende
  • Personen, die in abgelegene Regionen oder unter einfachen Bedingungen reisen
  • Langzeitreisende und beruflich Reisende

Reiseimpfungen: Was wird empfohlen?

Bei den Reiseimpfungen unterscheidet man zwischen Standardimpfungen, Indikationsimpfungen je nach Reiseziel und vorgeschriebenen Pflichtimpfungen.

Standardimpfungen überprüfen

Vor jeder Reise empfiehlt es sich, den eigenen Impfpass durchzusehen. Folgende Impfungen sollten unabhängig vom Reiseziel auf dem aktuellen Stand sein:

  • Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten
  • Polio (Kinderlähmung)
  • Masern, Mumps, Röteln
  • In Österreich: FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Reiseziel-spezifische Impfungen

Je nach Region können zusätzliche Impfungen sinnvoll oder vorgeschrieben sein. Häufig empfohlen werden unter anderem:

  • Hepatitis A: bei Reisen in Länder mit niedrigem Hygienestandard
  • Hepatitis B: bei längeren Aufenthalten oder engerem Kontakt zur Bevölkerung
  • Typhus: in Regionen mit eingeschränkter Trinkwasserhygiene
  • Tollwut: bei Reisen in entlegene Gebiete oder bei Tierkontakt
  • Japanische Enzephalitis: in bestimmten Teilen Asiens
  • Cholera: bei besonderen Risikokonstellationen
  • Meningokokken: z. B. bei Reisen in die Sahelzone oder zur Hadsch
  • Gelbfieber: für viele Länder Afrikas und Südamerikas teils Pflicht

Welche Impfungen tatsächlich notwendig sind, hängt vom Reiseziel, der Reiseart und der Vorgeschichte ab und wird individuell besprochen.

Malariaprophylaxe: Schutz vor einer ernsten Tropenerkrankung

Malaria wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen und kommt in vielen tropischen Regionen vor. Da die Erkrankung schwer verlaufen kann, ist ein wirksamer Schutz wichtig. Die Strategie richtet sich nach dem Reiseziel und kann Folgendes umfassen:

  • Expositionsprophylaxe: konsequenter Mückenschutz durch lange, helle Kleidung, Repellentien mit ausreichend hoher Wirkstoffkonzentration, imprägnierte Moskitonetze und Klimatisierung der Schlafräume
  • Notfallmedikation (Stand-by): für Reisen in Regionen mit geringem Risiko, kombiniert mit der Möglichkeit, im Verdachtsfall ärztliche Hilfe aufzusuchen
  • Chemoprophylaxe: Einnahme von Medikamenten vor, während und nach der Reise – insbesondere in Hochrisikogebieten

Die Auswahl des passenden Medikaments erfolgt ärztlich und berücksichtigt Verträglichkeit, Wechselwirkungen und Resistenzlage im Reiseland.

Reiseapotheke: Tipps für die richtige Zusammenstellung

Eine gut sortierte Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck. Ihr Umfang hängt vom Reiseziel, der Reisedauer und den medizinischen Versorgungsmöglichkeiten vor Ort ab. Folgende Reiseapotheke Tipps helfen bei der Zusammenstellung:

Grundausstattung

  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel (z. B. mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen)
  • Mittel gegen Durchfall und zum Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
  • Mittel gegen Übelkeit und Reisekrankheit
  • Antiseptika zur Wunddesinfektion
  • Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, Einmalhandschuhe
  • Fieberthermometer
  • Pinzette und Schere
  • Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Insektenschutzmittel
  • Blasenpflaster

Je nach Reiseziel zusätzlich sinnvoll

  • Antibiotikum für den Notfall (nach ärztlicher Verordnung)
  • Notfallmedikation gegen Malaria
  • Augentropfen und Nasenspray
  • Mittel gegen Halsschmerzen oder Erkältungssymptome
  • Mittel gegen allergische Reaktionen
  • Wasserdesinfektionsmittel
  • Moskitonetz

Persönliche Medikamente

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte diese in ausreichender Menge mitführen – idealerweise im Handgepäck und in der Originalverpackung. Sinnvoll sind außerdem:

  • Eine ärztliche Bescheinigung in englischer Sprache, insbesondere bei Betäubungsmitteln, Insulin oder Spritzen
  • Eine Liste aller Medikamente mit Wirkstoffnamen
  • Hinweise zu Allergien und Vorerkrankungen, z. B. in einem Notfallausweis

Beachten Sie, dass manche in Europa frei erhältliche Wirkstoffe in anderen Ländern verschreibungspflichtig oder verboten sein können. Informationen dazu erhalten Sie bei der Botschaft des Reiselandes.

Weitere Aspekte der Reisevorbereitung

Schutz vor Magen-Darm-Erkrankungen

Reisedurchfall zählt zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen auf Fernreisen. Hilfreich sind einfache Regeln:

  • Nur abgekochtes oder original verschlossenes Wasser trinken
  • Auf Eiswürfel verzichten
  • Obst und Gemüse selbst schälen
  • Speisen ausreichend erhitzt verzehren
  • Auf Hygiene beim Händewaschen achten

Thrombose-Prophylaxe bei Langstreckenflügen

Auf langen Flügen kann das Risiko für Beinvenenthrombosen erhöht sein. Empfohlen werden:

  • Ausreichend trinken
  • Regelmäßige Bewegung im Sitzen und im Gang
  • Bequeme Kleidung
  • Bei erhöhtem Risiko: Kompressionsstrümpfe, gegebenenfalls medikamentöse Prophylaxe nach ärztlicher Rücksprache

Reiseversicherung und Dokumente

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rücktransport ist bei Fernreisen sehr empfehlenswert. Auch eine Kopie wichtiger Dokumente – etwa Impfpass, Reisepass und Versicherungspolizze – sollte sicher verwahrt werden.

Fazit

Eine sorgfältige reisemedizinische Vorbereitung trägt wesentlich dazu bei, gesund und entspannt zu reisen. Sie umfasst mehr als Impfungen: Auch Malariaschutz, eine durchdachte Reiseapotheke, Hygieneregeln und allgemeine Vorsichtsmaßnahmen sind wichtige Bausteine. Wer rechtzeitig plant und sich individuell beraten lässt, schafft die besten Voraussetzungen für eine unbeschwerte Reise.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Diese Inhalte werden nach bestem Wissen und mit größter Sorgfalt erstellt. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei konkreten medizinischen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt — gerne auch direkt an unsere Ordination.

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