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Sportmedizin

Mikronährstoffe im Sport: Welche Vitamine und Mineralstoffe für aktive Menschen wichtig sind

Wer regelmäßig Sport treibt, stellt erhöhte Anforderungen an seinen Stoffwechsel. Ein Überblick darüber, welche Mikronährstoffe für Leistung und Regeneration eine Rolle spielen können – und worauf man dabei achten sollte.

Dr. med. univ. Daniel Pehböck, DESA4 Min. Lesezeit
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Warum Mikronährstoffe im Sport eine Rolle spielen

Sportliche Aktivität verändert den Energie- und Substanzbedarf des Körpers. Während Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß in der öffentlichen Diskussion meist im Vordergrund stehen, sind es die Mikronährstoffe – also Vitamine und Mineralstoffe – die zahlreiche Stoffwechselprozesse erst ermöglichen. Sie wirken als Co-Faktoren bei der Energiegewinnung, beim Sauerstofftransport, bei der Muskelkontraktion und bei der Regeneration nach Belastung.

Das Thema Mikronährstoffe Sport wird daher zunehmend auch von Hobbysportlerinnen und Hobbysportlern diskutiert. Wichtig ist: Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung deckt den Bedarf an Vitaminen für Sportler in vielen Fällen ab. In bestimmten Situationen – etwa bei intensivem Training, einseitiger Kost, vegetarischer oder veganer Ernährung – kann jedoch ein erhöhter Bedarf bestehen.

Bedarf bei aktiven Menschen: Was sich verändert

Sportliche Belastung kann den Mikronährstoffhaushalt auf verschiedene Weise beeinflussen:

  • Erhöhter Verbrauch durch gesteigerte Stoffwechselraten
  • Verluste über den Schweiß, insbesondere bei Mineralstoffen wie Natrium und Magnesium
  • Mehrbedarf in der Regenerationsphase für Reparaturprozesse in Muskulatur und Bindegewebe
  • Oxidativer Stress durch intensives Training, der antioxidative Schutzsysteme fordert

Wie hoch der individuelle Bedarf tatsächlich ist, hängt von Trainingsumfang, Sportart, Geschlecht, Alter und Ernährungsweise ab. Eine pauschale Empfehlung ist daher nur eingeschränkt möglich.

Wichtige Mikronährstoffe im Überblick

Magnesium und Regeneration

Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt, darunter die Energiebereitstellung in den Muskelzellen und die Muskelkontraktion. Beim Sport geht ein Teil des Magnesiums über den Schweiß verloren. Ein ausgeglichener Magnesiumhaushalt kann zur normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit beitragen – Aspekte, die im Zusammenhang mit Magnesium Regeneration häufig genannt werden.

Gute Magnesiumquellen sind:

  • Vollkornprodukte und Haferflocken
  • Nüsse und Samen (z. B. Kürbiskerne, Mandeln)
  • Hülsenfrüchte
  • Grünes Blattgemüse
  • Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt

Eisen für Sauerstofftransport und Ausdauer

Eisen ist zentraler Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und damit für den Sauerstofftransport im Blut wichtig. Ein Eisenmangel kann sich durch verminderte Leistungsfähigkeit, rasche Ermüdung und Konzentrationsstörungen bemerkbar machen.

Besonders aufmerksam sollten folgende Gruppen sein:

  • Ausdauersportlerinnen und -sportler
  • Frauen im gebärfähigen Alter
  • Personen mit vegetarischer oder veganer Ernährung
  • Jugendliche in Wachstumsphasen

Eisen aus tierischen Lebensmitteln (z. B. mageres Fleisch, Fisch) wird in der Regel besser aufgenommen als Eisen aus pflanzlichen Quellen wie Hülsenfrüchten, Vollkorn oder grünem Gemüse. Die Kombination mit Vitamin C – etwa einem Glas Orangensaft zur Mahlzeit – kann die Aufnahme pflanzlichen Eisens unterstützen. Eine Supplementierung sollte erst nach ärztlicher Abklärung des Eisenstatus erfolgen.

Vitamin D für Muskeln und Knochen

Vitamin D spielt eine Rolle im Kalzium- und Knochenstoffwechsel und ist auch für die Muskelfunktion bedeutsam. Der Körper bildet Vitamin D überwiegend selbst – allerdings nur unter ausreichender Sonneneinstrahlung auf die Haut. In den Wintermonaten ist die Eigenproduktion in Mitteleuropa stark eingeschränkt, weshalb in dieser Zeit häufig niedrigere Vitamin-D-Spiegel festgestellt werden.

Über die Ernährung lässt sich Vitamin D nur in begrenztem Umfang aufnehmen, etwa über fettreichen Fisch, Eier oder angereicherte Lebensmittel. Eine Supplementierung kann sinnvoll sein, sollte aber idealerweise nach Bestimmung des Spiegels und in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.

B-Vitamine für den Energiestoffwechsel

Die Gruppe der B-Vitamine (B1, B2, B6, B12, Folsäure u. a.) ist eng mit dem Energiestoffwechsel und der Bildung roter Blutkörperchen verknüpft. Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor – vegan lebende Sportlerinnen und Sportler sollten ihren Status regelmäßig überprüfen lassen.

Zink, Selen und antioxidative Vitamine

  • Zink ist an Immunfunktion, Wundheilung und Eiweißstoffwechsel beteiligt.
  • Selen wirkt im antioxidativen Schutzsystem mit.
  • Vitamin C und Vitamin E unterstützen den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.

Ein moderater Verzehr abwechslungsreicher Lebensmittel deckt diese Mikronährstoffe in der Regel gut ab. Sehr hohe Dosierungen über Nahrungsergänzungsmittel sind nicht automatisch leistungsfördernd und können in Einzelfällen sogar nachteilig sein.

Elektrolyte: Natrium, Kalium, Calcium

Bei langen oder intensiven Belastungen, vor allem bei Hitze, gehen über den Schweiß Elektrolyte verloren. Eine angemessene Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr unterstützt die normale Muskelfunktion und den Flüssigkeitshaushalt.

Nahrungsergänzung: Sinnvoll oder überflüssig?

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Bevor zu Präparaten gegriffen wird, lohnt sich ein kritischer Blick auf den Speiseplan. Sinnvoll kann eine gezielte Ergänzung etwa sein:

  • bei nachgewiesenem Mangel
  • in besonderen Lebenssituationen (Schwangerschaft, vegane Ernährung)
  • bei sehr hohem Trainingspensum
  • nach ärztlicher Empfehlung auf Basis einer Blutuntersuchung

Eine unkritische Einnahme hochdosierter Präparate kann das Gegenteil des Erwünschten bewirken. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich.

Praktische Empfehlungen für aktive Menschen

  • Auf eine vielfältige Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, hochwertigen Eiweißquellen und gesunden Fetten achten
  • Ausreichend trinken – Wasser oder ungesüßte Getränke; bei längeren Belastungen ggf. mit Elektrolyten
  • Mahlzeiten zeitlich rund um das Training planen, um Energie- und Nährstoffversorgung zu unterstützen
  • Bei anhaltender Müdigkeit, Leistungsabfall oder Beschwerden ärztlich abklären lassen
  • Vor einer Supplementierung den individuellen Bedarf prüfen lassen

Fazit

Mikronährstoffe sind ein wichtiger, aber oft unterschätzter Baustein im Zusammenspiel von Ernährung, Training und Erholung. Magnesium, Eisen und Vitamin D zählen zu den am häufigsten diskutierten Substanzen, doch auch B-Vitamine, Zink, Selen und Elektrolyte verdienen Aufmerksamkeit. Eine ausgewogene Ernährung bildet die Grundlage; gezielte Ergänzungen sollten auf einer individuellen Bewertung beruhen – idealerweise nach ärztlicher Beratung und Laboruntersuchung.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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