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Ernährungsmedizin

Ernährung rund ums Training: Worauf es vor und nach der Belastung ankommt

Wer regelmäßig Sport treibt, profitiert von einer gut abgestimmten Ernährung – sie unterstützt Leistungsfähigkeit, Erholung und Wohlbefinden. Dieser Beitrag fasst gängige Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr vor und nach dem Training sachlich zusammen.

Dr. med. univ. Daniel Pehböck, DESA4 Min. Lesezeit
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Warum Ernährung beim Sport eine Rolle spielt

Körperliche Belastung verändert den Energie- und Nährstoffbedarf. Während des Trainings greift der Körper auf Kohlenhydrat- und Fettspeicher zurück, die Muskulatur wird beansprucht, und über den Schweiß gehen Flüssigkeit sowie Elektrolyte verloren. Eine bedarfsgerechte Ernährung kann dazu beitragen, dass Belastung gut verkraftet wird und sich der Organismus angemessen erholt. Welche Mengen und welcher Zeitpunkt sinnvoll sind, hängt von Trainingsart, -dauer und -intensität sowie von individuellen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergewicht und Gesundheitszustand ab.

Ernährung vor dem Training

Eine durchdachte Ernährung vor Training kann helfen, ausreichend Energie für die geplante Belastung bereitzustellen und Leistungseinbrüche zu vermeiden. Im Mittelpunkt steht meist die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt und der passenden Zusammensetzung der letzten Mahlzeit.

Zeitpunkt der Mahlzeit

  • 3 bis 4 Stunden vor dem Training: Eine vollwertige Mahlzeit mit komplexen Kohlenhydraten (z. B. Vollkornprodukte, Reis, Kartoffeln), magerem Eiweiß und etwas Gemüse ist gut verträglich.
  • 1 bis 2 Stunden vor dem Training: Eine kleinere, leicht verdauliche Zwischenmahlzeit kann sinnvoll sein – etwa eine Banane, ein Naturjoghurt mit Haferflocken oder ein Vollkornbrot mit Frischkäse.
  • Kurz vor dem Training: Sehr fett- oder ballaststoffreiche Speisen werden häufig als belastend empfunden und sollten in Magennähe eher gemieden werden.

Kohlenhydrate als Energielieferant

Kohlenhydrate gelten bei Ausdauer- und intensiven Belastungen als wichtigste Energiequelle. Die Glykogenspeicher in Muskulatur und Leber stellen Glukose während des Trainings bereit. Vor längeren oder intensiveren Einheiten kann eine kohlenhydratbetonte Mahlzeit dazu beitragen, diese Speicher gut gefüllt zu halten.

Eiweiß und Fett vor dem Sport

Eiweiß vor dem Training ist nicht zwingend erforderlich, kann aber Teil einer ausgewogenen Mahlzeit sein. Fette werden langsamer verdaut und sollten in größeren Mengen eher zu Mahlzeiten mit ausreichendem Abstand zur Belastung verzehrt werden.

Trinken vor der Belastung

Schon vor dem Training auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, gilt als sinnvoll. Wasser oder leicht gesüßte, verdünnte Saftschorlen werden häufig empfohlen. Wer den ganzen Tag über regelmäßig trinkt, startet meist gut hydriert in die Belastung.

Während des Trainings

Bei kurzen Einheiten bis etwa 60 Minuten genügt in der Regel Wasser. Bei längeren oder sehr intensiven Belastungen kann eine zusätzliche Zufuhr von Kohlenhydraten und Elektrolyten – etwa über isotonische Getränke oder verdünnte Fruchtsäfte – die Leistungsfähigkeit unterstützen. Bei großer Hitze oder starkem Schwitzen steigt der Flüssigkeits- und Elektrolytbedarf zusätzlich.

Ernährung nach dem Training

Nach der Belastung steht die Erholung im Vordergrund: Auffüllen der Energiespeicher, Reparatur beanspruchter Muskulatur und Ausgleich der Flüssigkeitsverluste. Eiweiß nach Sport spielt dabei häufig eine zentrale Rolle, ebenso wie Kohlenhydrate.

Kohlenhydrate zur Regeneration

Nach intensiven oder langen Einheiten sind die Glykogenspeicher reduziert. Eine Kombination aus Kohlenhydraten und Eiweiß innerhalb der ersten Stunden nach dem Training kann das Wiederauffüllen der Speicher unterstützen. Geeignet sind beispielsweise:

  • Vollkornnudeln mit Hühnerfleisch und Gemüse
  • Kartoffeln mit Topfen oder Fisch
  • Haferflocken mit Milch oder pflanzlicher Alternative und Obst

Eiweiß für die Muskulatur

Eiweiß liefert Aminosäuren, die für den Erhalt und Aufbau von Muskelgewebe benötigt werden. Übliche Empfehlungen liegen bei 20 bis 30 Gramm hochwertigem Eiweiß pro Mahlzeit, verteilt über den Tag. Geeignete Quellen sind etwa:

  • Milchprodukte wie Topfen, Joghurt oder Käse
  • Eier
  • mageres Fleisch und Fisch
  • Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh
  • Nüsse und Samen in Maßen

Ob ein Eiweißshake sinnvoll ist, hängt vom individuellen Bedarf und der sonstigen Ernährung ab. Eine ausgewogene Mischkost deckt den Eiweißbedarf vieler Freizeitsportlerinnen und -sportler in der Regel ohne Nahrungsergänzungsmittel.

Flüssigkeit und Elektrolyte

Nach dem Training sollte der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden. Als Orientierung gilt: pro Kilogramm Gewichtsverlust etwa 1 bis 1,5 Liter Flüssigkeit über mehrere Stunden verteilt nachtrinken. Mineralwasser, Saftschorlen oder elektrolythaltige Getränke können dabei unterstützen.

Praktische Sporternährung Tipps für den Alltag

Im Trainingsalltag müssen Empfehlungen umsetzbar bleiben. Die folgenden Sporternährung Tipps fassen zentrale Punkte zusammen:

  • Regelmäßig essen: Drei Hauptmahlzeiten und bei Bedarf ein bis zwei Zwischenmahlzeiten geben Struktur.
  • Bunt und vielfältig: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, hochwertige Eiweißquellen und gesunde Fette gehören in einen ausgewogenen Speiseplan.
  • Individuell anpassen: Belastung, Ziele und Verträglichkeit unterscheiden sich – nicht jede Empfehlung passt zu jedem Menschen.
  • Auf den Körper hören: Hunger, Sättigung und Verträglichkeit sind wichtige Signale.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Augenmaß: Sie können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, ersetzen aber keine ausgewogene Ernährung. Eine ärztliche oder ernährungsmedizinische Abklärung ist vor allem bei höheren Dosierungen empfehlenswert.
  • Schlaf und Pausen einplanen: Erholung ist Teil des Trainingseffekts und wird durch Ernährung ergänzt.

Wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Wer regelmäßig intensiv trainiert, Beschwerden bemerkt, an chronischen Erkrankungen leidet oder Medikamente einnimmt, sollte Ernährungsfragen rund um den Sport individuell besprechen. Auch bei Themen wie ungewollter Gewichtsveränderung, anhaltender Müdigkeit, wiederholten Verletzungen oder Verdauungsbeschwerden im Zusammenhang mit dem Training ist eine medizinische Einordnung sinnvoll. Schwangere, Jugendliche, ältere Menschen und Personen mit besonderen Ernährungsformen profitieren häufig von einer fachlichen Beratung.

Fazit

Eine bedarfsgerechte Ernährung kann Training und Regeneration sinnvoll ergänzen. Vor der Belastung stehen Kohlenhydrate und ausreichende Flüssigkeit im Vordergrund, danach geht es um Auffüllen der Speicher, Eiweiß für die Muskulatur und Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten. Die individuell passende Strategie ergibt sich aus Trainingsziel, Lebenssituation und persönlicher Verträglichkeit – pauschale Patentrezepte gibt es nicht.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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